Der Inflationsdruck im Euroraum hat im Oktober erneut zugenommen, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".
Anleihen im Aufwind: US-Renditen sinken, Eurozone-Inflation steigt auf 4,0%, EZB-Zinserhöhung erwartet
Die Inflation im Euroraum steigt im Oktober auf 4,0% und erhöht den Druck auf die EZB: Während kräftig gestiegene Energiepreise eine weitere Zinserhöhung im Dezember wahrscheinlicher machen, dürfte auch die Bank of England ihre Geldpolitik straffen - zugleich profitieren die Anleihemärkte von sinkenden Renditen und neuen Hoffnungen auf eine Begrenzung der US-Staatsausgaben

Nach den vorläufigen Daten von Eurostat klettere die HVPI-Inflationsrate auf 4,0% Y/Y. Ausschlaggebend hierfür seien insbesondere die kräftig gestiegenen Energiepreise. Die Kernrate (ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak) verharre dagegen bei 2,5% Y/Y, während sich die Dienstleistungsinflation geringfügig von 3,2% auf 3,3% Y/Y erhöhe. Eine starke Ausbreitung des Energiepreisschocks sei damit bislang nicht erkennbar, wenngleich sich in einzelnen Ländern erste indirekte Effekte anzudeuten schienen. Zweitrundeneffekte seien bisher nicht zu beobachten, wären angesichts der verzögerten Lohnreaktion zu diesem Zeitpunkt allerdings auch kaum zu erwarten gewesen. Obwohl die letzte Ratssitzung nur wenige Tage zurückliege, hätten Vertreter der EZB eindeutig restriktive Töne angeschlagen. Im Fokus stehe das Risiko, dass der Energiepreisschock zu einer länger anhaltenden Überschreitung des Inflationsziels führe. Vor diesem Hintergrund spreche derzeit vieles für eine weitere Zinserhöhung im Dezember.
Neben den Nachwehen aus dem gestrigen Wahlbeben in den USA dürfen wir uns heute nun wieder auch auf geldpolitische Impulse freuen, so die Analysten der NORD/LB. Die Bank of England werde nämlich über die Leitzinsen entscheiden und dürfte die Bank Rate um 25 Basispunkte auf 4,00% anheben. Einerseits sei die Konjunktur robust genug für diesen Schritt und gleichzeitig steige der Preisdruck auch dort. Vor allem die Energiepreise für die Haushalte, bei welchem der Preisdeckel im Sommer angehoben worden sei, könnten die Haushalte in der kommenden Heizperiode vor zusätzliche finanzielle Belastungen stellen.
Am US-Rentenmarkt habe die Aussicht auf eine stärkere Begrenzung der Staatsausgaben für Kaufinteresse von US-Treasuries gesorgt, wodurch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zwischenzeitlich von 4,95% auf 4,88% gesunken sei und sich anschließend bei rund 4,9% eingependelt habe. Auch der europäische Bondmarkt habe haussiert. Renditen französischer 10-jähriger Staatsanleihen seien beispielsweise zweistellig gefallen (um 17 Basispunkte auf 4,77%).
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