windeln.de-Aktie: Cashbestand soll für Break-Even ausreichen - Aktienanalyse




06.12.17 11:57
Vorstandswoche.de

Haar (www.aktiencheck.de) - windeln.de-Aktienanalyse von "Vorstandswoche.de":

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" nehmen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Online-Shops für Babyprodukte windeln.de AG (ISIN: DE000WNDL110, WKN: WNDL11, Ticker-Symbol: WDL) unter die Lupe.

windeln.de habe im 3. Quartal 2017 einen Umsatz von rund 53 Mio. Euro erzielt. Das entspreche einem Umsatzplus von fast 16% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Starkes Wachstum habe vor allem das europäische Ausland mit einem Plus von 23,6% und das Geschäft in China mit einem Plus von 27,8% gezeigt. Auf Basis der bereinigten EBIT-Marge hätten die Münchner ihre Profitabilität von minus 14,5% (Q3/2016) auf nunmehr minus 10,3% bzw. minus 5,5 Mio. Euro in Q3/2017 verbessern können.

Nikolaus Weinberger, CFO von windeln.de, zeige sich im Gespräch mit der Vorstandswoche mit der Entwicklung des Unternehmens weitgehend zufrieden. "Wir kommen voran und machen bei der Profitabilität Fortschritte." Etwas enttäuschend: Der Umsatz in der DACH-Region sei mit knapp 15% rückläufig gewesen. "Wir fokussieren uns auf profitable Umsätze und haben unsere Ausgaben für Marketing in dieser Region angepasst", sage Weinberger. Für die ersten neun Monate errechne sich ein Umsatz von rund 160 Mio. Euro sowie ein bereinigtes EBIT von minus 18,4 Mio. Euro. Berichtet worden sei ein negatives EBIT von fast 27 Mio. Euro. Die Differenz erkläre sich im Wesentlichen aus Einmaleffekten im Zusammenhang mit Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen.

Wermutstropfen im 3. Quartal sei indes ein relativ hoher Abfluss in der Liquidität in Höhe von mehr als 11 Mio. Euro gewesen. Ein Großteil dieses Mittelabflusses sei jedoch auf die außerordentliche Erhöhung des Nettoumlaufvermögens (Lageraufbau für lokales Lager in China, Puffervorratsbestand für Bebitus-Integration) und die Earn-Out-Zahlungen an die Bebitus-Gründer zurückzuführen. Bereinige man diese Einmaleffekte, hätte sich der Cash-Burn auf 5,5 Mio. Euro belaufen.

Für das Schlussquartal erwarte Weinberger keine negativen Einmaleffekte mehr, die den Barbestand von windeln.de außerordentlich belasten würden. Per Ende 2017 sollte daher nach Einschätzung der Experten das Unternehmen über einen Cashbestand von ca. 25 Mio. Euro verfügen. Nach eigenen Angaben laufe das Schlussquartal insgesamt bisher im Plan. "Ob wir eine Verbesserung auf weniger als 10% negative EBIT-Marge erzielen, hängt jedoch stark vom Weihnachtsgeschäft ab."

2017 werde windeln.de mit einem Umsatz von über 220 Mio. Euro abschließen. 2018 solle der Umsatz erneut um mindestens 15% wachsen, was einem Umsatzvolumen von mehr als einer Viertelmilliarde Euro entspreche. Den Verlust wolle Weinberger gegenüber 2017 "signifikant" reduzieren. Eine deutliche Reduzierung der Kosten erwarte der CFO im 2. Halbjahr 2018. Das Unternehmen befinde sich im Umzug des zentralen Warenlagers von Deutschland nach Polen. Dieser Umzug solle im 1. Halbjahr 2018 abgeschlossen sein. Laut Weinberger könnte sich dies auf eine Ersparnis, in Abhängigkeit des Umsatzvolumens, auf bis zu 5 Mio. Euro pro Jahr belaufen. Wesentliche negative Einmaleffekte aus dem operativen Geschäft seien im kommenden Jahr nicht mehr zu erwarten.

Jüngst habe das Management mit den Verkäufern der Akquisition Bebitus Vereinbarungen getroffen, wie die letzten Earn-Out-Zahlungen zu begleichen seien. Auf Feedo würden 2018 noch 0,6 Mio. Euro und auf Bebitus noch rund 5 Mio. Euro entfallen. Weinberger könne in Cash oder auch in Aktien bezahlen. Um den Barbestand zu schonen, liege die Begleichung in Aktien im nächsten Jahr nahe. Damit wären dann alle Kaufpreise im Zusammenhang mit Zukäufen aus der Vergangenheit beglichen.

Innerhalb des Jahres 2019 wolle das Unternehmen den Break-Even erreichen. Ob das Jahr 2019 insgesamt mit einer schwarzen Null abschließen werde, habe Weinberger noch nicht in Aussicht stellen wollen. An der Börse würden sich die Anleger viel mehr darum sorgen, ob die Liquidität von windeln.de bis zum Erreichen der Gewinnschwelle ausreiche, ohne den Kapitalmarkt anzapfen zu müssen. Eine Kapitalerhöhung auf aktuellem Kursniveau wäre natürlich ärgerlich. Der CFO sehe derzeit keinen Grund für eine Kapitalerhöhung. "Wir planen mit dem bestehenden Cashbestand den Break-Even in 2019 zu erreichen. Grundsätzlich können wir unser Ergebnis und unseren Cashbestand immer über Marketingausgaben in unseren einzelnen Märkten steuern." Zudem habe das Unternehmen eine Kreditlinie von maximal 10 Mio. Euro, die bisher nicht genutzt worden sei.

Spannend werde es 2018, wenn Matthias Peuckert seinen Job als CEO bei windeln.de antrete. Er sei seit 2003 bei Amazon in unterschiedlichen Funktionen tätig gewesen und als einer der Führungskräfte bei Amazon Deutschland unter anderem den Bereich Core Consumables inklusive Babyartikel verantwortet. Der Amazon-Manager werde sich gut überlegt haben, ob er den Posten des CEO in München annehme. Sofern es windeln.de aus eigener Kraft nämlich nicht packen sollte, würden die Experten weiter davon ausgehen, dass die Plattform für einen strategischen Player von großem Interesse sein werde. Aktuell werde das Unternehmen lediglich noch mit 60 Mio. Euro kapitalisiert. Dafür bekomme ein Aufkäufer immerhin einen Umsatz von mehr als 200 Mio. Euro sowie einen Kundenstamm von mehr als 1,1 Millionen Bestellern, die mindestens einmal bei windeln.de geordert hätten.

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" halten die windeln.de-Aktie auf nochmals reduziertem Niveau weiterhin für spekulativ kaufenswert. Stoppkurs wiederum rund 15% unter Kaufkurs. (Analyse vom 06.12.2017)

Börsenplätze windeln.de-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs windeln.de-Aktie:
2,102 EUR -4,32% (06.12.2017, 10:10)

XETRA-Aktienkurs windeln.de-Aktie:
2,11 EUR -0,47% (06.12.2017, 11:25)

ISIN windeln.de-Aktie:
DE000WNDL110

WKN windeln.de-Aktie:
WNDL11

Ticker-Symbol windeln.de-Aktie:
WDL

Kurzprofil windeln.de SE:

windeln.de (ISIN: DE000WNDL110, WKN: WNDL11, Ticker-Symbol: WDL) ist einer der führenden reinen Onlinehändler für Baby- und Kleinkinderprodukte, mit Präsenz in zehn europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Tschechien, Polen, Slowakei, Spanien, Portugal, Frankreich und Italien). Darüber hinaus betreibt das Unternehmen ein erfolgreiches E-Commerce-Geschäft für Baby- und Kleinkinderprodukte für Kunden in China. Das breite Produktsortiment reicht von Windeln und Babynahrung über Kindermöbel, Spielzeug, Kleidung bis hin zu Kinderwagen und Autokindersitzen. windeln.de wurde im Oktober 2010 gegründet und beschäftigt aktuell mehr als 400 Mitarbeiter in Deutschland und im Ausland. Seit dem 6. Mai 2015 ist windeln.de im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Weitere Informationen finden Sie unter http://corporate.windeln.de. (06.12.2017/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
2,04 € 1,95 € 0,09 € +4,62% 15.12./20:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000WNDL110 WNDL11 4,07 € 1,90 €
Metadaten
Ratingstufe:kaufen
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
2,03 € +1,60%  15.12.17
Frankfurt 2,049 € +5,67%  15.12.17
Berlin 2,00 € +4,82%  15.12.17
Xetra 2,04 € +4,62%  15.12.17
Stuttgart 1,994 € +1,37%  15.12.17
Düsseldorf 1,927 € +0,94%  15.12.17
Hamburg 1,928 € +0,94%  15.12.17
Hannover 1,928 € +0,94%  15.12.17
München 1,95 € 0,00%  15.12.17
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